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Die Vereinsfahne

Die Vereinsfahne von St. Hubertus

Wenn an beiden Schützenfesttagen die Schützen von St. Hubertus durch die Langweger Straßen marschieren, ist schon aus der Ferne ein markantes Detail des Festumzugs zu erkennen: die Vereinsfahne von St. Hubertus. Hoch gehalten und getragen vom diensthabenden Fähnrich zeigt das Prunkstück den Umzugteilnehmern den Weg zum Festplatz.

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Die Vereinsfahne von St. Hubertus Langwege e.V.

 

Der Schützenverein St. Hubertus Langwege war kaum 2 Jahre alt, als auf der Generalversammlung am 10. Juni 1932 der einstimmige Beschluss zur Anschaffung einer Vereinsfahne gefasst wurde. Eine noch in der Versammlung gewählte Kommission wurde mit dem Kauf und der Finanzierung der Fahne beauftragt. Dank großzügiger Spenden der Vereinsmitglieder, wurde das neue Prunkstück dann bereits im Frühjahr des nächsten Jahres zur Fertigung in Auftrag gegeben. Die Fahne ist grün/gold gehalten und zeigt das Bild des St. Hubertus als Paten des Schützenvereins. Auf der anderen Seite des Fahnentuches ist die Jahreszahl 1930 als Jahr der Vereinsgründung in Seide aufgestickt.

 

Am 1. Schützenfesttag des Jahres 1933 konnten die drei Fahnenträger Josef Bocklage, Leopold Hachmöller und Franz Bornhorst die Fahne erstmals im Umzug zum Schützenplatz tragen. Gleich nach Ankunft auf dem Schützenplatz fand die Fahnenweihe durch den Schützen Langhorst statt. Langhorst erinnerte in seiner Ansprache die Mitglieder daran, der Fahne stets treu zu bleiben und jeder Schütze möge dazu beitragen, dass im Verein stets Kameradschaft herrsche.

 

 

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ein Auszug aus der Oldenburgischen Volkszeitung vom 2. Juni 1933

 

Aus Anlass dieser Fahnenweihe wurden die drei benachbarten Schützenvereine Dinklage, Holdorf und Wehdel-Grönloh eingeladen und es wurde um einen von St. Hubertus gestifteten Wanderpokal geschossen; als Sieger gingen die Schützen von Wehdel-Grönloh hervor. Das Jahr 1933 gilt somit auch als Geburtsjahr des heute noch abwechselnd auf den jeweiligen Schützenfesten stattfindenden Vierer-Pokal-Schießens (hierüber wird an anderer Stelle dieser Chronik berichtet)

 

Das neue Schmuckstück des Vereins war gerade erst 3 Jahre alt, als Anlass zur Sorge bestand, die Fahne nicht mehr öffentlich zeigen zu dürfen. In der Zeit der nationalsozialistischen Regierung war der Verein Mitglied des Deutschen Schützenbundes geworden und dieser war dem Reichsbund für Leibesübungen angegliedert. Neben der Vereinsfahne musste nunmehr auch die Flagge des Reichsbundes gezeigt werden und viele Vereinsmitglieder hatten die Befürchtung, dass die Vereinsfahne künftig überhaupt nicht mehr in der Öffentlichkeit gezeigt werden dürfe. Auf einer Schützenversammlung im Jahre 1937 konnte dann aber vom Vereinsführer Küper (in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft hatte sich der 1. Vorsitzende eines Vereins, somit auch der Präsident des Schützenvereins „Vereinsführer“ zu nennen) mit Genugtuung und Freude bekannt gegeben werden, dass die Vereinsfahne neben der Flagge des Reichsbundes auch in Zukunft beibehalten und bei öffentlichen Auftritten des Schützenvereins gezeigt wird.

 

Gottlob war die Zeit dann bald vorüber, und bei festlichen Anlässen wehte nun wieder allein die Vereinsfahne von St. Hubertus im Winde. Aber nicht nur in fröhlichen Stunden sondern auch in den schmerzhaften Augenblicken bei Beerdigungen von Vereinsmitgliedern ist die Fahne ein stiller Begleiter zum letzten Geleit.

 

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Fahnenträger 1958: Gerhard Gerling, Josef Mey, Karl Heitmann

 

Nach 54 Jahren war es dann an der Zeit, ein neues Fahnentuch anzuschaffen. In all den Jahren hatte sie sehr gelitten und –wie der damalige Präsident Helmut Kamphaus feststellte- manchen Sturm überstanden. Der Vereinsvorstand wurde auf einer Versammlung im Herbst 1985 zur Beschaffung einer neuen Fahne bis spätestens zum Schützenfest 1987 beauftragt.  Den Auftrag zur Lieferung erhielt nach gründlicher Vorarbeit und Auswahl der Vorstandsmitglieder die Fa. Sport Böckmann, Holdorf. Da die Zeichen der Zeit an der alten Fahne doch deutlich zu erkennen waren, sollte die neue Vereinsfahne schon zum Schützenfest 1986 zum Einsatz kommen. Die neue Fahne zeigt auf der einen Seite auf grünem Untergrund das Schützenemblem, die andere Seite ist in hellem Ton gehalten und zeigt die Schützenhalle von St. Hubertus.

 

 

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Fahnenweihe Mai 1986: im Vordergrund Stellvertr. Präsident Helmut Kamphaus, Pfarrer Scholtyssek

Am 11. Mai 1986 fand bei großer Beteiligung der Vereinsmitglieder auf dem Schützenplatz die Fahnenweihe durch Pfarrer Scholtyssek von der Kath. Kirchengemeinde Dinklage, statt. Die Musikkapelle Brockdorf spielte und begleitete mit Marschmusik den Einmarsch der alten und neuen Vereinsfahne in die vollbesetzte Schützenhalle. Pfarrer Scholtyssek erinnerte die Vereinsmitglieder daran, stets den hohen Werten treu zu bleiben, die durch die Fahne zum Ausdruck gebracht werden.

 

Seit dem Schützenfest 1986 ist die 2. Vereinsfahne in der Geschichte des Schützenvereins St. Hubertus somit in Gebrauch und bei allen wichtigen Anlässen des Vereins zugegen. Das Vorgängerstück hat in der Gastwirtschaft Kathmann-Gerling, Langwege, in einem großen Glasschrank eine würdige Bleibe gefunden.

 

In der Geschichte des Schützenvereins St. Hubertus spielt jedoch noch eine dritte Fahne eine wichtige Rolle. Wie ja bekannt, war in Langwege bereits im Jahre 1896 ein Gesangverein gegründet worden und am Rande des Sängerbundesfestes, das 1930 in Langwege stattfand, wurde die Idee geboren, einen Schützenverein zu gründen. Der Gesangverein war somit eine Art Vorläuferorganisation des heutigen Schützenvereins und hatte natürlich eine eigene Vereinsfahne. Diese Vereinsfahne wurde auch nach Auflösung des Gesangvereins fürsorglich vom Schützenverein verwaltet und bis Anfang der sechziger Jahre sogar bei ganz besonderen Anlässen gezeigt. So wurde die Sängerfahne auch beim 25-jährigen Vereinsjubiläum im Jahre 1955 im Festumzug getragen.  Die Fahne trägt die Aufschrift:  „Männer-Gesangsverein Langwege, gegr. 1896 – Sind wir von der Arbeit müde, ist noch Kraft zu einem Liede.“ 

Die Sängerfahne galt dann lange Jahre als verloren. Die Vermutung war, dass sie beim Brand des früheren Vereinslokals Hinxlage im Jahre 1976 zerstört worden war. Um so größer war die Überraschung, als das antike Stück im Frühjahr 2000 auf dem Dachboden des Wohnhauses Hinxlage in Langwege gefunden wurde. Der Schützenverein wird diese Fahne in Ehren halten und ihr einen angemessenen Platz in der Schützenhalle verschaffen.

 

 

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Mitglieder des Vorstands mit der Fahne des Gesangsvereins von 1930: von links Antonius Lohmann, Franz-Josef Willenborg und Hans Burwinkel

 

Drei Mitglieder des Vereins ist die Fahne besonders ans Herz gewachsen, denn sie tragen die Verantwortung dafür, dass das Fahnentuch bei allen wichtigen Anlässen des Vereins zugegen ist. Äußerlich an der weißen Hose, blau-roter Schärpe und den Schulterstücken (Birsen) zu erkennen, versehen die drei Fähnriche gewissenhaft ihren Dienst. Viele Vereinsmitglieder hatten im  Laufe der Vereinsgeschichte dieses ehrenvolle Amt inne und ihnen gilt ein besonderer Dank. Wenn auch an dieser Stelle nicht alle bisherigen Fahnenträger namentlich genannt werden können, so ist doch eine Person hervorzuheben: Clemens Middendorf von der II. Kompanie  ist seit 1965 Fähnrich und verrichtet somit seit 40 Jahren – stets zuverlässig – seinen Dienst an der Fahne. Ihm zur Seite stehen derzeit Heinrich Landwehr, II. Kompanie (Fähnrich seit 1981) und Christian Prues, ebenfalls von der II. Kompanie (Fähnrich seit 1996).

 

 

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Die Fahnenträger von St. Hubertus Langwege: Clemens Middendorf, Heinrich Landwehr u. Christian Prues

 

Auch die Kindergruppe wird am 1. Schützenfesttag im Festumzug von einer Fahne angeführt. Die Kinderfahne war in den früheren Jahren ein Wimpel in den Oldenburger Farben rot-blau. In der Generalversammlung vom 16. März 1990 wurde beschlossen, eine neue Kinderfahne anzuschaffen. Die heutige Kinderfahne ist ein grüner Wimpel und zeigt in Anlehnung an die „große“ Fahne auch das Schützenemblem.

 

 

 

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Kindervater Hermann Bornhorst 1990 mit der neuen Kinderfahne

 

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